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Von der Bohne zur perfekten Tasse – Wie beeinflusst der Röstgrad den Kaffeegeschmack?

  • Autorenbild: Barista Guide
    Barista Guide
  • 27. Nov. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Mai 2025





Die Reise eines Kaffees beginnt lange bevor er in der Tasse landet. Neben Anbauhöhe, Bohnenart und Verarbeitung spielt vor allem der Röstgrad eine entscheidende Rolle für das endgültige Aroma. Doch wie genau beeinflusst die Röstung den Geschmack? Welche Unterschiede gibt es zwischen hellen, mittleren und dunklen Röstungen? Und wie wählt man den passenden Röstgrad für die gewünschte Zubereitungsart?

Kaffeebohnen sind im Rohzustand grünlich und nahezu geschmacksneutral. Erst durch die Röstung entwickeln sich die charakteristischen Aromen. Während dieses Prozesses verdampft Wasser, Zellstrukturen werden aufgebrochen und chemische Reaktionen setzen eine Vielzahl von Geschmacksstoffen frei. Dabei bestimmt die Temperatur und Dauer der Röstung, ob ein Kaffee eher fruchtig, nussig oder schokoladig schmeckt.


Die drei Hauptkategorien der Röstgrade

Grundsätzlich wird zwischen drei Hauptkategorien unterschieden: helle, mittlere und dunkle Röstungen. Helle Röstungen, oft auch als „Light Roast“ bezeichnet, werden bei niedriger Temperatur für eine kürzere Zeit geröstet. Dadurch behalten sie viele der ursprünglichen Säuren und fruchtigen Noten, die aus der Bohne selbst stammen. Besonders bei hochwertigen Arabica-Bohnen aus höheren Anbaugebieten kommt dies zum Tragen. Kaffees mit hellem Röstgrad haben oft Noten von Beeren, Zitrusfrüchten oder floralen Nuancen. Allerdings sind sie auch weniger körperreich, was bedeutet, dass sie im Mund leichter und weniger cremig wirken.


Mittlere Röstungen bilden das Gleichgewicht zwischen Säure, Süße und Körper. Die Bohne karamellisiert stärker, was zu nussigen, schokoladigen und leicht würzigen Noten führen kann. Diese Art der Röstung ist besonders bei Filterkaffee und Espresso beliebt, da sie vielseitig einsetzbar ist und sowohl mit als auch ohne Milch ein angenehmes Geschmackserlebnis bietet. Viele Specialty-Coffee-Röstereien setzen auf mittlere Röstgrade, um sowohl die Komplexität der Bohne als auch ein harmonisches Mundgefühl zu bewahren.


Dunkle Röstungen, bekannt als „Dark Roast“, sind intensiver, kräftiger und oft mit Röstaromen verbunden. Sie entstehen durch längere Röstdauer und höhere Temperaturen, wodurch ein Teil der ursprünglichen Aromen durch rauchige, schokoladige und manchmal karamellisierte Noten ersetzt wird. Gleichzeitig nimmt die Säure stark ab, und der Kaffee entwickelt einen volleren Körper. Diese Röstungen eignen sich besonders für Espressi und Kaffeevarianten mit Milch, da sie eine starke, malzige Basis bieten. Allerdings besteht die Gefahr, dass dunkle Röstungen zu bitter werden oder sich Röstaromen zu stark in den Vordergrund drängen, wenn die Bohnen zu lange erhitzt werden.


Wie beeinflusst der Röstgrad die Zubereitung?

Nicht jeder Kaffee eignet sich für jede Zubereitungsart. Helle Röstungen kommen am besten in sanften Brühmethoden wie Pour-Over oder Chemex zur Geltung, da diese die feinen Säuren und fruchtigen Noten betonen. Espresso hingegen verlangt oft nach mittleren bis dunklen Röstungen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Körper und Geschmack zu erreichen.


Die Wahl des Röstgrads hängt auch vom individuellen Geschmack ab. Wer einen Kaffee mit lebendigen Fruchtnoten bevorzugt, wird in hellen Röstungen fündig. Liebhaber kräftiger, intensiver Aromen greifen eher zu dunkleren Röstungen. Ein guter Anhaltspunkt ist, sich langsam an verschiedene Röstgrade heranzutasten, um herauszufinden, welche Aromen das eigene Geschmackserlebnis am meisten bereichern.


Ein weiteres Element, das mit dem Röstgrad zusammenhängt, ist der Mahlgrad. Helle Röstungen sollten meist feiner gemahlen werden, um die Extraktion zu unterstützen und Säuren harmonischer zu machen. Dunklere Röstungen benötigen oft einen gröberen Mahlgrad, um Überextraktion und damit bittere Noten zu vermeiden.

Auch die Wasserqualität spielt eine Rolle. Weiches Wasser betont die süßen Noten, während hartes Wasser Säuren verstärkt und bei dunklen Röstungen schneller Bitterstoffe hervorbringen kann. Baristas setzen daher oft auf gefiltertes Wasser, um das Beste aus jeder Bohne herauszuholen.


Letztlich bleibt die Wahl des perfekten Röstgrads eine persönliche Entscheidung. Während manche Kaffeetrinker helle, fruchtige Noten schätzen, bevorzugen andere die kräftige Würze dunkler Röstungen. Doch unabhängig von der Präferenz ist eines sicher: Der Röstgrad bestimmt maßgeblich, wie ein Kaffee schmeckt – und wie er genossen wird.

 
 

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